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Ökologische Durchgängigkeit der Ruhr bei WWW gegeben

(v. l.) Umweltminister Johannes Remmel, WWW-Geschäftsführer Ingo Becker und Bernd Müller und Ulrich Detering von der Bezirksregierung Arnsberg begutachten eine der Fischtreppen der Wasserwerke Westfalen

Die Wasserwerke Westfalen GmbH hat mit der Fertigstellung einer weiteren Fischaufstiegsanlage in Schwerte nun alle ihre Laufwasserkraftwerke umweltorientiert aufgerüstet. Die ökologische Durchgängigkeit an der Ruhr ist somit auf den 60 Flusskilometern, an denen WWW Wasserwerke und Stauanlagen betreibt, gegeben. Damit hat das Unternehmen seinen Teil zum Erreichen eines der wichtigen Ziele der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie beigetragen.

„Unsere Wasserkraftanlagen leisten einen entscheidenden Beitrag zur umweltfreundlichen, regenerativen Energiegewinnung. Doch sie benötigen Stauwehre. Für Fische bedeuten diese Querbauwerke in den Fließgewässern häufig das Ende ihrer Reise“, erkärt Ingo Becker, Geschäftsführer der Wasserwerke Westfalen, die Ausgangslage.

Aus diesem Grund haben die Wasserwerke Westfalen ihre Laufwasserkraftwerke sukzessive mit Fischtreppen ausgestattet. Diese technischen Bauwerke stellen sicher, dass Fische und andere bodenlebenden Kleinlebewesen auch gegen die Strömung die Höhenunterschiede zwischen Ober- und Unterwasser und die Querbauwerke überwinden können. Die erfolgte Aufrüstung aller Stauwehre von WWW mit Aufstiegsanlagen ermöglicht den Fischen jetzt die Wanderung zu Laich-, Aufzucht- und Nahrungsgebieten in diesem Bereich.

Die ökologische Durchgängigkeit der Ruhr ist nun auf dem gesamten Gebiet, auf dem die Wasserwerke Westfalen ihre Wasserwerke und Stauanlagen betreiben und das um die 60 Flusskilometer umfasst, gegeben. Für diese Verbesserung investierten die Wasserwerke Westfalen innerhalb der letzten vier Jahre rund fünf Millionen Euro.

Umweltminister Johannes Remmel, der die WWW-Fischtreppen in Schwerte im Rahmen seiner Sommertour zum Thema „Lebendige Gewässer“ begutachtete, lobt den Einsatz des Unternehmens. „Dass die Wasserwerke Westfalen die Fischaufstiege auch ohne direkte öffentliche Förderung realisiert haben, zeigt, dass hier ein verantwortungsvoller Umgang mit den Lebensgrundlagen der Menschen und eine ökologisch verträgliche Nutzung der Wasserkraft stattfindet“, so der Minister.

Auch Ulrich Detering vom Dezernat Wasserwirtschaft der Bezirksregierung Arnsberg zeigt sich begeistert: „Die Wasserwerke Westfalen haben mit der Herstellung der Durchgängigkeit eine wesentliche Voraussetzung für die Entwicklung der Ruhr zu einem hochwertigen Lebensraum geschaffen.“ Und weiter: „Die Bezirksregierung wird nun in ihrer Zuständigkeit dafür sorgen, dass weite Abschnitte dieses von Menschen so stark genutzten Flusses wieder naturnahe Strukturen erhalten. So können Fische und andere Organismen die Ruhr zukünftig wieder in hohem Maße besiedeln.“

Dies ist im Bereich der Wasserwerke Westfalen bereits erfolgt wie die aktuellen Kontrollen der Fischtreppen belegen. Es wurden zahlreiche Fische unterschiedlicher Arten und Größen auf ihrer Wanderung angetroffen. Neben Bachforellen, Barben, Döbeln, Elritzen, Eschen, Mühlkoppen und Rotaugen traten auch Gründlinge, Schmerlen und viele Aale auf.

Die Fachvorträge der Vortragsveranstaltung "Fischdurchgängigkeit an der mittleren Ruhr" bei den Wasserwerken Westfalen am 28.08.2015 finden Sie hier.

Zur Info:

Die von den Wasserwerken Westfalen betriebenen fünf Laufwasserkraftwerke stammen aus den Jahren 1922 (Westhofen), 1937 (Hengsen), 1942 (Echthausen), 1961 (Villigst) und 1914 (Fröndenberg). Während das Stauwehr Fröndenberg bereits seit dem Jahr 2000 mit einer Fischtreppe (Mäander-Fischpass) ausgerüstet ist, wurden die Anlagen in Westhofen 2011, in Hengsen und Echthausen 2013 und in Villigst 2014 fertiggestellt.

Bei den WWW-Fischtreppen sind Höhenunterschiede von 3,65 m bis 6,25 m zwischen Ober- und Unterwasser zu überwinden. Die vier neu gebauten Aufstiege in Westhofen, Villigst, Hengsen und Echthausen sind als Schlitzpässe angelegt.

Bei der Schlitzpass-Technik werden die Höhenunterschiede auf Fließstrecken von bis zu rund 200 m in einer Vielzahl von kleinen Becken (37 bis 58 cm) überwunden. So gleicht jedes Becken den Höhenunterschied von ca. 10 cm aus. Passende Einströmöffnungen und die Schlitzpässe zwischen den einzelnen Becken halten eine ausreichende Lockströmung über das ganze Bauwerk aufrecht.

Die Füllung der Beckensohle mit Wasserbausteinen verschiedener Größe ermöglicht auch Kleinlebewesen einen Austausch zwischen Ober- und Unterwasser. Zusätzlich wurden Aalabstiegsrohre, eine vollkommen neuartige Technik, installiert.